Wann zum Arzt?

Scheideninfektionen können durch verschiedene Keime verursacht werden. Während eine Pilzinfektion der Scheide in Eigenregie behandelt werden kann, muss in allen anderen Fällen ein Arzt zurate gezogen werden.
Eine Pilzinfektion der Vagina äußert sich durch Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen in der Scheide, gelblich-krümelige Ausflüsse oder Absonderungen aus der Scheide und/oder weißliche Beläge im äußeren Genitalbereich (Schamlippen, Klitoris).

Bei Infektionen durch andere Keime wie Bakterien oder bei anderen Erkrankungen, z.B. im Bereich der Niere, stehen meist andere Symptome im Vordergrund. Dazu zählen vor allem:

  • dünnflüssiger, schaumiger oder klebriger, starker Ausfluss

  • unangenehmer, z.B. fischähnlicher Geruch

  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen und/oder beim Geschlechtsverkehr



Treten derartige Beschwerden auf, handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine Pilzinfektion der Scheide. Daher muss in diesen Fällen zur weiteren Abklärung ein Frauenarzt konsultiert werden.

Sind die Beschwerden eindeutig und ist eine Eigenbehandlung geplant, so sollte in folgenden Fällen davon abgesehen und stattdessen ein Arzt zu Rate gezogen werden:

  • wenn Pilzinfektionen gehäuft auftreten, d.h. häufiger als viermal pro Jahr

  • wenn die Betroffene jünger als 18 Jahre ist

  • wenn die Betroffene noch nie eine Infektion im Vaginalbereich durchgemacht hat und sich deshalb bezüglich der Symptome unsicher ist

  • in der Schwangerschaft und Stillzeit




Verschwinden die Symptome wie etwa Juckreiz und starker Ausfluss nicht, nachdem das Medikament aufgebraucht ist oder treten während der Behandlung zusätzliche Symptome wie Rötungen und stärkerer Juckreiz auf, so muss ebenfalls ein Arzt konsultiert werden.

Falls ein Pilz in der Scheide auch nach ärztlicher Behandlung nicht verschwindet, das heißt die Beschwerden immer weiter fortbestehen oder in Abständen von wenigen Wochen immer wieder auftreten, können andere Ursachen vorliegen. Dazu zählen beispielsweise eine unerkannte Depression oder eine stark gestörte Partnerbeziehung. In diesen Fällen sollte die Konsultation eines Psychologen oder Nervenarztes in Betracht gezogen werden.
Quellen:

Leitlinie Vulvovaginalkandidose, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/004, www.uni-duesseldorf.de/AWMF/

Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation. Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart, 3. Auflage (2007)

Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002/2003)


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