Scheidenpilz

Scheidenpilz (medizinisch Vaginalmykose oder Candidose) ist eine relativ harmlose und gut behandelbare Infektion im Scheidenbereich, von der Schätzungen zufolge jede Frau mindestens einmal im Leben betroffen ist. Der Leidensdruck ist oft groß - nicht nur wegen der teilweise unangenehmen Beschwerden, sondern weil häufig irrtümlicherweise angenommen wird, es handle sich dabei um eine Geschlechtskrankheit.
Das natürliche, leicht saure Milieu der Scheide bietet normalerweise mit einem pH-Wert zwischen 4 und 5 einen guten Schutz gegen krankheitserregende Keime. Zahlreiche Faktoren können jedoch die Säurebalance im Vaginalbereich stören. Dies hat zur Folge, dass sich bereits vorhandene oder von außen in die Scheide eingedrungene Keime übermäßig vermehren können. Diese in geringer Menge nicht immer schädlichen Mikroorganismen können dann Beschwerden hervorrufen.

Beschwerden bei Scheidenpilz

Das normale, gesunde Scheidensekret ist eine weißlich-zähe bis dünnflüssig-klare Flüssigkeit mit leicht säuerlichem Geruch. Bei einer Infektion im Gebärmutterhals oder in der Scheide verändert sich sein Aussehen und oft auch sein Geruch auf charakteristische Weise. Für eine Pilzinfektion der Vagina sind folgende Beschwerden typisch:

  • Juckreiz oder Brennen im Scheidenbereich

  • geröteter und geschwollener äußerer Genitalbereich

  • gelblich-krümelige, "Quark-ähnliche" Absonderungen aus der Scheide

  • weißliche Beläge im Bereich der Schamlippen und der Klitoris

  • meist unauffälliger Geruch



Dagegen äußern sich Infektionen der Scheide mit anderen Mikroorganismen wie Bakterien häufig mit deutlich anderen Symptomen, z.B. dünnflüssigem Ausfluss und unangenehmen Geruch.

Behandlung von Scheidenpilz

Ein Vaginalpilz kann entweder durch Anwendung von Vaginaltabletten/ -zäpfchen oder Vaginalcreme im Scheidenbereich (Lokaltherapie) oder mit Tabletten zum Einnehmen behandelt werden.
Sind die Beschwerden eindeutig, wird zunächst eine Lokaltherapie empfohlen. Sie kann auch in Eigenregie durchgeführt werden (siehe Rezeptfreie Medikamente).
In einigen Fällen, z.B. wenn die Beschwerden nicht eindeutig sind oder nach einer Lokaltherapie nicht verschwinden, wird der Arzt stärker wirksame rezeptpflichtige Medikamente zur örtlichen Anwendung oder zum Einnehmen verordnen.


Lokaltherapie mit rezeptfreien Medikamenten
Im Vaginalbereich örtlich anzuwendende rezeptfreie Medikamente wirken auf folgende Weise:

  • Sie greifen den Scheidenpilz direkt an und töten ihn ab (Antimykotika, desinfizierende Substanzen).

  • Sie schaffen einen sauren pH-Wert und unterstützen dadurch die Bildung eines normalen Milieus in der Scheide. Diese Substanzen eignen sich entweder zur vorbeugenden Anwendung bei gehäuften Infektionen oder im Anschluss an eine Behandlung mit anderen Medikameten gegen Vaginalpilz.



Die Behandlungsdauer einer Lokaltherapie mit rezeptfreien Medikamenten beträgt

  • bei Antimykotika 1 oder 3 Tage,

  • bei desinfizierenden Substanzen bis zu 10 Tagen.



Scheidenpilz-Behandlung nach ärztlicher Verodnung

Ist die Behandlung nicht erfolgreich, kann der Arzt eine länger dauernde Lokaltherapie (6-Tage-Behandlung) verordnen.
Außerdem ist eine Therapie mit Tabletten zum Einnehmen möglich. Diese dauert meist nur wenige Tage. Oft genügt sogar die einmalige Einnahme einer Kapsel mit einer pilzabtötenden Substanz.


Scheidenpilz-Behandlung nach ärztlicher Verodnung

Ist die Behandlung nicht erfolgreich, kann der Arzt eine länger dauernde Lokaltherapie (6-Tage-Behandlung) verordnen.
Außerdem ist eine Therapie mit Tabletten zum Einnehmen möglich. Diese dauert meist nur wenige Tage. Oft genügt sogar die einmalige Einnahme einer Kapsel mit einer pilzabtötenden Substanz.

Ursachen von Scheidenpilz

Verschiedene Bakterien und Pilze gehören zum normalen Scheidenmilieu und rufen normalerweise keine Beschwerden hervor. Zu einer Vaginalpilz-Infektion kommt es, wenn zusätzlich von außen Pilze in die Scheide gelangen oder die dort bereits vorhandenen sich übermäßig vermehren, sodass das natürliche Scheidenmilieu gestört wird. Folgende äußere oder innere Faktoren können zur Störung des natürlichen Gleichgewichts im Vaginalbereich beitragen:

Innere Faktoren:

  • erbliche Veranlagung

  • kleine Verletzungen im Genitalbereich

  • Behandlung einer Infektion oder Entzündung im Körper mit Antibiotika

  • dauerhafte Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, z.B. bei Rheuma oder nach einer Organtransplantation

  • innere Erkrankung wie Diabetes mellitus

  • geschwächte körpereigene Abwehr

  • Verhütung mit der "Pille" oder anderen hormonhaltigen Verhütungsmitteln wie Hormonspirale oder Hormonstäbchen

  • Mangel an Feuchtigkeit in der Scheide, z.B. infolge der Abnahme der körpereigenen Hormonproduktion in den Wechseljahren




Äußere Faktoren:

  • häufige Waschungen und Spülungen des Intimbereiches

  • Tragen eng anliegender und/oder synthetischer Kleidung

  • Übertragung von Keimen beim Geschlechtsverkehr

  • Empfindlichkeit infolge einer Anwendung von Gleitmitteln, Scheidenzäpfchen, Diaphragma-Gelen oder beschichteten Kondomen

  • erfolglose Behandlung einer vorangegangenen Infektion

Quellen:

Leitlinie Vulvovaginalkandidose, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/004, www.uni-duesseldorf.de/AWMF/

Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation. Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart, 3. Auflage (2007)

Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002/2003)


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